Wie bei der klassischen Telefonbefragung ziehen hier auch alle Vorteile dieser Befragungsmethode:
- Erhöhte Erreichbarkeit
- Beinahe „Online“ –Auswertung der erhobenen Daten
- Schnelle Pretests
- Im Vergleich zu schriftlichen Befragungen höhere Akzeptanz und relativ rascher Ersatz für Verweigerer
Darüber hinaus können mit Hilfe des Internets der Zielperson Hilfsmittel und Gedächtnisstützen angeboten werden. Fragen mit umfangreichen Ausprägungsmerkmalen lassen sich somit wie bei einer schriftlichen Befragung sehr einfach darstellen. Die Gefahr, dass der Interviewte nur zuletzt genannte Merkmale „ankreuzt“, ist nicht höher als bei schriftlichen Erhebungen.
In akzeptabler Qualität können außerdem Bilder, Töne und sogar Spots von nun an in telefonische Interviews eingebunden werden. Anwendungsbeispiel könnte hier die Bewertung des Produktdesigns oder von Werbekampagnen sein.
Es muss freilich berücksichtig werden, dass die Zahl der online-Anschlüsse bei der Bevölkerung täglich zunimmt, jedoch längst nicht jeder über einen Zugang zum Internet verfügt. Gerade für Erhebungen mit Personen über 50 Jahre oder bei der ausländischen Wohnbevölkerung dürften die Forderungen nach Repräsentativität nur schwer erfüllt werden können. Internetaffine Zielgruppen (Jugendliche, online-shopper etc. ) können demgegenüber besonders gut erreicht werden, zumal der „fun-Faktor“ und die Neugierde nicht unterschätzt werden dürfen.
Im b-to-b Bereich hingegen bestehen aus unserer Sicht diese Einschränkungen nur im geringen Maße: nach einer Umfrage der Computerzeitschrift „Chip“ verfügten im Januar 2001 über 41 Prozent der Befragten über einen Zugang ins Internet. Die Zahl dürfte inzwischen weiter gestiegen sein.
Es gibt verschiedene Softaretools, um für eine Telefonbefragung mit Internetanwendungen durchzuführen:
| Per Website: | Per Co-Browsing |
| Es kann eine eigene Website mit den entsprechenden Inhalten ins Netz gestellt werden. Der Interviewte erhält nach der Begrüssung die URL und kann auf Aufforderung des Interviewers die relevanten Seiten anklicken. Um es dem „Kunden“ so einfach und bequem wie möglich zu machen, kann der Interviewer die Antworten in eine (lokale) Datenbank füllen. | Der Interviewer übernimmt nach vorheriger Vereinbarung die Steuerung des Browsers von seinem Arbeitsplatz aus und navigiert den Interviewten durch den Fragebogen. Damit ist sichergestellt, dass sich der Interviewte nicht verklickt, so dass eine verbale Synchronisation („Sie sind jetzt auf Seite xy“)der beiden Bildschirme entfällt. Der Interviewte kann sich zurücklehnen und sich voll auf die fragen konzentrieren. |
